Die Kirche des heiligen Antonius von Tadua in Vytautava

Anschrift: Vytautavos Dorf, Rūdiškės, Trakai Region

GPS: 54.545733179337454, 24.71476972103119


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Die Geschichte, wie die Bezeichnung des Städtchens und die Kirche entstanden sind, ist eng mit der Bewegung der Wiedergeburt des Volkes und ihren Ideen verbunden. Man hat versucht, im unabhängigen Litauen einen starken Vytautas-Kultus zu initiieren, der das Volk vereinigen, die Litauer ihre historische Größe fühlen lassen und gleichzeitig zur Stärkung des autoritären Regimes von Antanas Smetona beitragen sollte. 1930 wollte man anlässlich des 500. Jahrestags von Vytautas Didysis (Vytautas dem Großen), dem Großfürsten des Litauischen Großfürstentums, sein Andenken im nationalen Maßstab in allen Städten und Städtchen zu verewigen, indem Denkmäler gebaut und die Straßen, Plätze, Behörden und sogar Siedlungen nach dem Namen von Vytautas benannt wurden.

In diesem historischen Kontext wurde also in der ersten Hälfte des 4. Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts die Siedlung Vytautava zu Ehren des litauischen Großfürsten benannt. Zigmas Žemaitis (1884-1969), Flieger und Physiker, Professor der Universität Kaunas, kümmerte sich um den Bau der Kirche. Er schenkte der Kirche sein Grundstück. Die Kirche wurde aus den Balken der Scheune des Gutshofs von Z. Žemaitis gebaut.

Die im Jahr 1936 im Volksstil gebaute Holzkirche mit dem Grundriss in Form eines kompakten ausgedehnten Rechtecks und ohne Apsis erinnert an ein einfaches Wohnhaus. Die Hauptfassade hat einen vierwandigen Glockenturm mit einem pyramidalen Walmdach und einem Portikus auf zwei Holzsäulen am Haupteingang. Die Wände aus Holzbalken haben horizontal verlaufenden Bretterbeschlag und rechteckige Fenster und Türen. Das Giebeldach ist mit Blechplatten eingedeckt. Der Turm ist mit einem einfachen Kreuz geschmückt.

Der viereckige Innenraum wird durch die Reihen von Pilaren in drei Schiffe geteilt, wobei das mittlere Schiff höher als die seitlichen Schiffe ist. Die Wände innenseitig haben horizontal verlaufenden Bretterbeschlag und sind mit Malereien an den Wänden und der Decke geschmückt. Die Inneneinrichtung ist minimalistisch ohne zahlreiche Verzierungselemente.

Das Gemälde „Die Heilige Jungfrau Maria des Tors der Morgenröte“ auf dem neobarocken Hochaltar der Heiligen Jungfrau Maria ist sehr symbolisch und typisch für die Bauten ideologischer Zweckbestimmung des vierten Jahrzehnts: nachdem in der Zwischenkriegszeit das Gebiet Vilnius von Polen besetzt wurde, hat man versucht, die Kennzeichen der historischen Hauptstadt Litauens und die Erinnerungen daran im Bewusstsein des litauischen Volkes zu verewigen, indem verschiedene Symbole, die an diese Stadt erinnern, verwendet wurden wie typische für Vilnius barocke Formen, Visualisierungen von Fragmenten der Geschichte bzw. Kopien bekannter Kunstwerke der Hauptstadt.

Quelle: www.sakralilietuva.lt


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