Naturerbe


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Teufelsfinger

In der litauischen Mythologie wird der Teufel oft als reales Wesen verstanden. Mitunter wird er mit der Welt der Verstorbenen in Verbindung gebracht. Manchmal ist er ein Riese, der die Natur erschafft. Es erstaunt nicht, dass sich in unserem Land mehr als 400 Naturobjekte befinden, die mit dem Namen des Teufels gleichgesetzt werden. 

In der Nähe der Teufelsgrube befinden sich die sogenannten Teufelsfinger – glatte, längliche, fingerähnliche Steine. Nach dem Glauben der alten Balten und anderen Indoeuropäern ist der Teufelsfinger ein magischer Stein. Bei uns wird er mit dem Gott Perkūnas in Verbindung gebracht. Die gelblichen, braunen, blauen, grauen oder schwarzen Steine werden in dieser Region auch „Kugeln des Perkūnas“ genannt. Man glaubte, dass der Gott Perkūnas diese beim Sturm auf den Teufel schleudert. Wenn er nicht getroffen hat, dringt die „Kugel“ tief in die Erde ein, aber nach einigen Jahren tritt sie wieder an die Oberfläche.

In der litauischen Folklore schützt ein Teufelsfinger, der als Amulett getragen wird, vor Teufeln, Hexen und anderen bösen Geistern. In ein Haus, in dem sich eine Kugel des Perkūnas befindet, soll der Blitz nicht einschlagen. Dieser Stein wird auch in der Volksmedizin eingesetzt: Er wird auf die erkrankte Körperstelle aufgelegt oder etwas Pulver vom Stein wird mit Wasser eingenommen. 


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