Pilgerfahrt


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Die Stadt Trakai ist seit frühen Zeiten für das harmonische Miteinander verschiedener nationaler und religiöser Gemeinschaften bekannt. Dies zeigt sich auch heute in dieser unverwechselbaren Stadt, in welcher verschiedene Traditionen der Architektur aufeinander treffen. Die Gäste von Trakai können sich näher damit vertraut machen, wie harmonisch die Traditionen und Bräuche von Karäern, Tataren, Orthodoxen und Katholiken aufeinander abgestimmt sind.

Die Karäer sind das kleinste in Litauen lebende turkstämmige Volk. Vytautas der Große, der von den Karäern Vatat Bij (dt. „König, der die Feinde bezwingt“) genannt wird, hat nach seiner siegreichen Schlacht auf der Krim im 14. Jahrhundert etwa 300 Familien dieser Nationalität nach Trakai umgesiedelt. Die ersten Karäer waren die Leibgarde des Fürsten. Sie ließen sich in der Nähe der Burg im nördlichen Teil der Halbinsel von Trakai nieder, der heute oft „Karäer-Ende“ oder „Kleinstadt“ genannt wird. 

Als nach dem Aufstand von 1831 in Trakai die Zahl der Orthodoxen stieg, benötigte die Ortsgemeinschaft eine neue Kirche. Ihr Bau wurde 1861 abgeschlossen. Die Geldmittel für die Kirche wurden von den Gemeindemitgliedern gespendet. Ebenfalls unterstützte die russische Zarin Maria Aleksandrowna das Bauvorhaben mit 6000 Rubel. Für die erfolgreiche Errichtung erhielt der Ingenieur Polozov von der Zarin einen mit Edelsteinen besetzten Goldring. Die Steinkirche mit traditioneller Gliederung und Form wurde 1863 auf den Namen Geburt der Heiligen Gottesmutter geweiht.

Heute fügt sich dieses Heiligtum der Orthodoxen harmonisch in das architektonische Mosaik der Stadt Trakai ein. Sie befindet sich auf einer der Anhöhen der Halbinsel, an der Kreuzung Vytautas/Maironis-Straße. Jeder kann nicht nur die äußere Architektur dieses Heiligtums, sondern auch den bescheiden verzierten Innenraum mit seinem Deckengewölbe bewundern.


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